Im Zeitalter der Lochkarten (1977-1989)

Die Geschichte von Euro-Climhist beginnt mit einem Forschungsstipendium des Schweizerischen Nationalfonds (1975-1977), im Rahmen dessen Christian Pfister den Grundstein für seine spätere Habilitationsschrift zur Klimageschichte der Schweiz legen konnte. Inspiriert war dieses Werk durch Emmanuel Le Roy Laduries bahnbrechende „histoire du climat depuis l' an mil“ (1967) und durch Hubert Horace Lambs „Climate, Present, Past and Future“ (1977). Le Roy Ladurie (geb. 1929) ist ein Historiker mit einem Flair für die Geschichte des Klimas. Lamb (1913-1997) war ein Klimatologe mit einem Flair für die Menschheitsgeschichte. Die „Klimageschichte der Schweiz“, Pfisters Habilitationsschrift, erschien 1984 und beruht auf 34'000 Daten aus zahlreichen Archiven, aus denen Temperatur- und Niederschlagsindizes hergeleitet wurden. Dafür wurde seit den späten 1970er Jahren ein Software-Paket namens SRTCLIM auf der Basis der Programmiersprache PL-1 entwickelt, im Rahmen dessen Tausende von Lochkarten zu erstellen waren. Die Dokumentation CLIMHIST-CH wurde ab 1985 Bibliotheken und wissenschaftlichen Institutionen in Form von Mikrofiches und Paper-Printouts verkauft, da es im „Ancien Régime der Informationstechnologie“ keine anderen günstigen Publikationskanäle gab. Einzig die Paperversion hat die zahlreichen IT-Umwälzungen in den folgenden Jahren überlebt, was für die Fortsetzung des Projekts ausschlaggebend war.